Hydrothermallabor
Hydro
Hydro2
Im Hydrothermallabor stehen 15 vertikal betriebene, extern beheizte Autoklaven (cold seal
pressure vessels, CSPV) zur Verfügung. Die Autoklaven bestehen aus Zylindern einer
hochwarmfesten Metalllegierung mit einseitiger Bohrung. Zum Heizen werden die Zylinder
mit dem geschlossenen Ende voran von unten in einen Röhrenofen gesteckt. Über einen
Gewindeverschluss, der außerhalb des Ofens liegt (cold seal) sind die Autoklaven an
ein Hochdrucksystem angeschlossen. Da als Druckmedium Wasser verwendet wird und die
Autoklaven aus einer Ni-reichen Legierung gefertigt sind, liegen die Redoxbedingungen
bei ca. NNO+0.7.

Rapid Quench (RQ) - CSPV
Bei sechs CSPV ist der eigentliche Autoklavenkörper über eine wassergekühlte Hochdruck-
kupplung mit einem Verlängerungsrohr verbunden. Darin befindet sich ein magnetisch
bewegbarer Probenhalter, mit dem die Proben unter Druck in die heiße Zone des
Autoklaven gebracht bzw. aus der heißen Zone herausgeholt werden können. Dies
ermöglicht ein sehr schnelles Aufheizen bzw. Abschrecken (rapid quench, RQ) der
Proben (ca. 100 °C/s). Die RQ Autoklaven sind aus der Ni-basierten Superlegierung
Inconel 713LC gefertigt. Die zugängliche Maximaltemperatur der RQ-CSPV ist
druckabhängig und beträgt 900 °C bei 200 MPa und 850 °C bei 400 MPa.

Normal Quench (NQ) – CSPV
Bei diesen Autoklaven werden die Proben mit Hilfe von Füllstücken in der heißen Zone
gehalten. Das Aufheizen der Proben erfolgt langsam, indem der Autoklav in den
vorgeheizten Röhrenofen gesteckt wird. Das Abkühlen der Proben erfolgt langsam durch
Abschalten der Öfen oder indem der Autoklav mit Druckluft gekühlt wird, nachdem er aus
dem Ofen genommen wurde. Im letzten Fall ergibt sich eine Abkühlrate von ca. 1-3 °C/s.
Die NQ Autoklaven sind aus der Ni-basierten Superlegierung ATS 351 (René 41) gefertigt.
Der zugängliche Temperaturbereich dieser Autoklaven ist druckabhängig und beträgt
800 °C bei 200 MPa und 750 °C bei 400 MPa. Drei dieser Autoklaven sind wegen ihrer
größeren Wandstärke für einen Druck bis 700 MPa ausgelegt (Maximaltemperatur 700 °C).
Bei diesen Autoklaven kann auch Gas (z.B. Ar) als Druckmedium eingesetzt werden,
das über einen Membrankompressor verdichtet wird (Maximaldruck: 200 MPa).

Kontakt:
Laborleitung: Dr. Burkhard Schmidt, GZG, Mineralogie,
Goldschmidtstr.1,
37077 Göttingen,
Tel. 0551 3919900,
burkhard.schmidt@geo.uni-goettingen.de